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Hamburg School revisited              (“naja” , Anm. d. Verf.)

Eddie Argos hat mal behauptet, Art Brut seien die einzige Band außerhalb Deutschlands, die zur Hamburger Schule zählten. Ob Brüllen, die Combo die ich hier vorstelle, das von sich behauptet haben, weiß ich nicht. Aufmerksam wurde ich auf die Band durch die Beschreibung des ersten Albums von Trend im wohlsortierten Flight 13 Mailorderkatalog. Der Name Brüllen blieb mir im Gedächtnis, und einige Zeit später hab ich die Scheibe im CD-Regal eines Freundes entdeckt. Und was man zu hören bekommt, tja, ich würde mal sagen, das rockt ohne zu rocken. Als Einflüsse könnte man The Fall nennen, nicht nur wegen des Sprechgesangs, Wire aufgrund der ungewöhnlichen Songstrukturen und diverse nordamerikanische Mathrock-Bands der 90er Jahre auf Dischord oder Touch and Go.  Und Q and not U fallen mir ein, aber halt. Das Brüllen-Album Schatzitude ist von 1997, Q and not U gründeten sich erst ein Jahr später. 

Zum Personal: Martin Bruck am Schlagzeug, Luka Rothmann am Bass, im anderen Leben House-DJane und Kristof Schreuf, ehemaliger Sänger von kolossale Jugend, heute Autor für Spex, Taz und Jungle World. In diesem Jahr erscheint Schreufs Soloalbum auf Buback, wo auch Schatzitude erschienen ist. Die Texte reduzieren sich nicht nur auf Befindlichkeiten und Introspektion, sondern lassen einen auch oft genug schmunzeln, wenn altbekannte Redewendungen durch den Kakao gezogen werden. 

“Ich werd’ nicht fertig und nicht fix/Und die Verrücktheit ändert sich …/Ich bin von Kopf bis Fuß eingestellt/Meine Welt ist nicht meine” aus “Bass für Flughäfen”

Im Gesamteindruck scheint es so, als würden die Musiker nicht miteinander, sondern voneinander weg spielen, aber ohne dass es wie Jazz klingt. Es liegt eine Spannung in dieser Musik, die nicht schlagartig durch effektvolle Breaks aufgelöst wird, sondern sich erst massiv aufbaut und dann unscheinbar auflöst. Das Hörbeispiel heißt “Chonosen ohne Boss” und eine Abwandlung dieses Lieds soll sich auf Blumfelds Testament der Angst befinden unter dem Titel “Anders als glücklich”. Keine Ahnung

Da bei lastfm weniger als 10000 gescrobbelte Titel von Brüllen verzeichnet sind, hab ich hier nen link. Für soviel Archivarbeit soll mir kein Copyrightfucker ans bein pissen.

Viel Spass  http://www.mediafire.com/?sharekey=46fd3afba43650acab1eab3e9fa335caa70acbfa4a0b74b6